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Beckenboden-Zentrum Südwestpfalz: Kompetenz in Kontinenz

Städtisches Krankenhaus Pirmasens | Pressemeldung vom 1. Jun. 2026
Zum Download der jeweiligen Dateien bitte auf Bild bzw. Icon klicken.
Gerald Staudenmaier, Leiter des Beckenboden-Zentrums Südwestpfalz (Quelle: ars publicandi)
Logo Qualitätsverbund Beckenboden (Quelle: LaMedCon)
Christian Koob, Geschäftsführer der Städtisches Krankenhaus Pirmasens gGmbH (Quelle: Städtisches Krankenhaus Pirmasens)
Städtisches Krankenhaus Pirmasens (Quelle: Städtisches Krankenhaus Pirmasens)
  • Neues Zentrum am Städtischen Krankenhaus Pirmasens bietet bei Störungen des Beckenbodens umfassende Diagnose, Behandlung und Nachsorge aus einer Hand
  • Schonende Therapie von Beckenbodensenkungen schafft Abhilfe bei Entzündungen und ungewolltem Urinverlust –  Statistisch jede zehnte Frau ist davon betroffen
  • Aktiver Beitrag zur Enttabuisierung weiblicher Inkontinenz und Überwindung falscher Scham: Keiner trägt Schuld an der misslichen Situation und sichere Hilfe ist möglich

Pirmasens, 1. Juni 2026.  Mit einem neuen Fachzentrum richtet sich das Städtische Krankenhaus Pirmasens an Patientinnen und Patienten, die unter Störungen des Beckenbodens leiden wie Senkungen, Inkontinenz und Schmerzen im Beckenbereich. Das Beckenboden-Zentrum Südwestpfalz bietet in enger Koopera­tion mit benachbarten Kliniken des Hauses wie Urologie und Chirurgie von Diagnose über schonende Behandlung bis zur Nachsorge alles aus einer Hand. Als Zentrums­leiter fungiert Gerald Staudenmaier, seit 1. Februar 2026 Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Städtischen Krankenhaus.

Das Beckenboden-Zentrum Südwestpfalz ist Mitglied im Qualitätsverbund Beckenboden (https://whik.info). In dem Verbund haben sich mehr als 20 Kliniken mit dem Ziel zusammengeschlossen, einen einheitlichen zertifizierten Pfad zur Behand­lung der weiblichen Beckenbodenschwäche weiterzuentwickeln und die Versorgung auf sehr hohem Niveau zu sichern.

Die Beckenboden-Sprechstunde findet jeweils donnerstags von 8 bis 16 Uhr statt oder nach Vereinbarung. Die dafür notwendige Terminvereinbarung erfolgt über das Sekretariat unter der Rufnummer 06331 714-1301.

Diagnose, Behandlung und Nachsorge aus einer Hand
Das Leistungsspektrum des Beckenboden-Zentrums Südwestpfalz umfasst moderne diagnostische, konservative und operative Verfahren im Bereich der Beckenboden- und Kontinenzmedizin mit dem Ziel einer individuell abgestimmten Behandlung. In der Diagnostik kommen unter anderem proktologische und radiologische Verfahren sowie spezialisierte Untersuchungen wie Urodynamik und Zystoskopie zum Einsatz. Die konservative Therapie umfasst Beckenbodentraining, Elektrostimulation, Tibialis-Nerven-Stimulation sowie den Einsatz von Pessaren. Im operativen Bereich stehen differenzierte Verfahren der rekonstruktiven Beckenbodenchirurgie und der opera­tiven Proktologie zur Verfügung. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Inkontinenz­therapie mit Methoden wie TVT, TOT, Minischlingen, Remeex-Systemen sowie minimalinvasiven Verfahren wie Bulking Agents, Botox-Injektionen und Blasenschritt­machern. Bei Senkungsbeschwerden erfolgen Eingriffe je nach Befund vaginal oder laparoskopisch – mit oder ohne Netzimplantate. Ergänzt wird das Angebot durch eine strukturierte Nachsorge mit regelmäßigen Kontrollen, insbesondere drei und zwölf Monate nach operativen Eingriffen.

Beckenbodensenkung: Raus aus der Tabuzone
Zu den zentralen Themen des Beckenboden-Zentrums Südwestpfalz zählt die weibliche Inkontinenz, die eng mit Beckenbodensenkungen verknüpft ist. Bei der leider noch immer tabuisierten Erkrankung sinken Organe wie Gebärmutter, Scheide, Harnblase oder Enddarm infolge geschwächter Muskulatur und nachlassenden Bindegewebes in Richtung Scheidenausgang ab. Etwa jede zehnte Frau ist davon betroffen – besonders nach Geburten oder einer Gebärmutterentfernung sowie hormonell bedingt zwischen 45 und 55 Jahren; mit zunehmendem Alter steigt das Risiko weiter. Auch Leistungssportlerinnen sind häufiger betroffen, in seltenen Fällen ebenso Männer, etwa nach Prostataoperationen und dort oft begleitet von Potenz­störungen.

Die Folgen einer Beckenbodensenkung sind für die Betroffenen meist erheblich. Neben Entzündungen kommt es immer wieder zu ungewolltem Urinverlust. Mediziner unter­scheiden dabei zwischen Belastungsinkontinenz – ausgelöst durch Husten, Lachen, körperliche Anstrengung oder Erschütterungen – und Dranginkontinenz, die mit häufigem, auch nächtlichem Harndrang einhergeht. Gerade bei älteren Menschen erhöht sich dadurch das Risiko für Stürze und folgenschwere Verletzungen wie Schenkelhalsbrüche. Dabei ist die Erkrankung meist gut behandelbar: Wenn die Indikation stimmt, die Operation fachgerecht durchgeführt wird und die Empfehlungen befolgt werden, können hervorragende Erfolgsraten bis hin zur vollständigen Beschwerdefreiheit erzielt werden.

Jedoch suchen viele Betroffene aus falscher Scham keine ärztliche Hilfe. Experten gehen daher von einer erheblichen Dunkelziffer aus. Dabei besteht kein Anlass zur Zurückhaltung: Beckenbodensenkungen sind eine weit verbreitete Erkrankung, für die Betroffene keine Schuld tragen. Vor diesem Hintergrund möchte das Beckenboden-Zentrum Südwestpfalz einen aktiven Beitrag zur Enttabuisierung weiblicher Inkontinenz leisten. „Es gibt absolut keinen Grund zur Scham. Schließlich hat niemand seine Erkrankung selbst verschuldet. Die gute Nachricht: Wir können Abhilfe schaffen und den Betroffenen helfen, zu ihrer lange verloren geglaubten Lebensfreude zurückzufinden“, betont Gerald Staudenmaier.

Der Leiter des Beckenboden-Zentrums Südwestpfalz gilt auf seinem Fach­gebiet als Koryphäe. Als InterStim‑Trainer vermittelt er die operative Implantation von Beckenboden-Schrittmachern und ist in der Urogynäkologie auf Senkungszustände der Gebärmutter sowie weibliche Harninkontinenz spezialisiert. Er leitet nationale und internationale Beckenboden-Workshops und begleitet als erfahrener Roboterchirurg mit über 1.000 Eingriffen am System „da Vinci“ weniger erfahrene Kolleginnen und Kollegen in der OP-Praxis. Außerdem fungiert Staudenmaier als Vorstandsvorsitzen­der des Qualitätsverbunds Beckenboden.

„Mit dem neuen Beckenboden-Zentrum Südwestpfalz schließen wir erneut eine Lücke in der regionalen Versorgung unserer Patientinnen und Patienten“, freut sich Christian Koob, Geschäftsführer der Städtisches Krankenhaus Pirmasens gGmbH. „Die Verbesserung der medizinischen Versorgung in diesem Bereich ist angesichts der hohen Nachfrage und der weit verbreiteten Erkrankungen besonders bedeutsam.“

Ergänzendes zum Städtischen Krankenhaus Pirmasens
Als regionales Akutkrankenhaus versorgt das im Jahr 1988 erbaute Städtische Krankenhaus Pirmasens die Patienten der Stadt Pirmasens, der umgebenden Südwestpfalz und des Saarpfalz-Kreises. Durch die Fusion mit dem St. Elisabeth Krankenhaus Rodalben, mit Wirkung zum 1. Januar 2022, erhielt die Städtisches Krankenhaus Pirmasens gGmbH die Einstufung zum Schwerpunktversorger.

Zum Leistungsspektrum am „Standort Pirmasens“ gehören die Allgemein- und Viszeralchirurgie, Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Diabetologie, Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kardiologie, Kinder- und Jugendmedizin, Plastische und Handchirurgie, Psychiatrie und Psychotherapie, Radiologie, Unfallchirurgie und Orthopädie sowie Urologie und Kinderurologie. Darüber hinaus befasst sich ein zertifiziertes Krebszentrum mit der Vorsorge, Diagnose und Therapie von Brustkrebserkrankungen. Die Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie ist als Regionales Traumazentrum des TraumaNetzwerkes Saar-(Lor)-Lux-Westpfalz zertifiziert und sichert die Behandlung schwer verletzter Patienten auf höchstem Niveau; als EndoCert-zertifiziertes EndoProthetikZentrum ist sie zudem Mitglied im Endoprothesenregister Deutschland (EPRD). Zudem verfügt der „Standort Pirmasens“ über ein Darm-, Diabetes- und ein Schilddrüsenzentrum sowie das Beckenboden-Zentrum Südwestpfalz.

Der „Standort Rodalben“ verfügt über die Fachabteilungen Anästhesie, Innere Medizin und interdisziplinäre Intensivmedizin, Konservative Orthopädie und Spezielle Schmerztherapie sowie Operative Orthopädie und Unfallchirurgie (ebenfalls als Endoprothetik-Zentrum zertifiziert).

Die Tochtergesellschaft „MVZ Städtisches Krankenhaus Pirmasens gGmbH“ betreibt ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit Fachpraxen für Chirurgie (Pirmasens und Rodalben), Gynäkologie (Pirmasens und Zweibrücken), Kinderheilkunde (Pirmasens und Dahn) und Urologie.

Zusammen beschäftigen beide Standorte mehr als 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfügen über insgesamt 574 Betten/tagesklinische Plätze. Weitere Informationen unter https://kh-pirmasens.de.

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