-
Im Städtischen Krankenhaus Pirmasens verabschiedet sich Martin Forster nach mehr als 21 Jahren Geschäftsführung in den Ruhestand – Erfolgreicher Krisenmanager, visionärer Umgestalter und innovativer Entwickler
Pirmasens, 7. Januar 2026. Martin Forster beendet nach langjähriger erfolgreicher Arbeit seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Städtischen Krankenhaus Pirmasens gGmbH. Der aus Vaihingen an der Enz stammende studierte Wirtschaftswissenschaftler, Jahrgang 1961, hatte seit 1. Juni 2004 die Geschicke des Unternehmens verantwortet und ist zum Jahresende in den verdienten Ruhestand verabschiedet worden. Mit Weitsicht und kluger Strategie führte er das Haus in wirtschaftlich stabile Bahnen und entwickelte es über zwei Dekaden hinweg stetig weiter. Am 1. Januar 2026 hat sein bisheriger Stellvertreter Christian Koob die Geschäftsführung übernommen, ihm zur Seite stehen der Ärztliche Geschäftsführer Dr. med. Jörn Weymann, der Ärztliche Direktor Dr. med. Rolf Bächle sowie Pflegedirektor Bernd Henner und Verwaltungsdirektor Gero Matheis.
Das als Schwerpunktversorger eingestufte regionale Akutkrankenhaus bietet heute an seinen Standorten Pirmasens und Rodalben mit mehr als 1.700 Beschäftigten und 574 Betten bzw. tagesklinischen Plätzen ein breites medizinisches Spektrum für Pirmasens, die umgebende Südwestpfalz und den Saarpfalz-Kreis.
„Über 21 Jahre hat Martin Forster die Geschicke unseres Städtischen Krankenhauses gelenkt. Unter seiner Leitung hat sich das Krankenhaus hervorragend entwickelt“, betont Markus Zwick, Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens und Vorsitzender des Aufsichtsrats des Städtischen Krankenhauses Pirmasens. „Martin Forster hat das ‘Städtische‘ maßgeblich geprägt und mit dazu beigetragen, die medizinische Versorgung in Pirmasens und der Region zu verbessern und für die Zukunft zu sichern. Dafür danke ich ihm von Herzen!“
Erfolgreiche Karriere in der Klinikführung
Zunächst beratend beim Deutschen Krankenhausinstitut in Düsseldorf tätig, verlief Forsters Karriere über mehrere Positionen in Geschäftsführung und Vorstand von Krankenhäusern, darunter in den Asklepios-Kliniken von Frankfurt/M., Kandel und Germersheim sowie dem Klinikum Südliche Weinstraße in Bad Bergzabern, Annweiler und Landau.
Mit seiner Bestellung zum Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses Pirmasens im Sommer 2004 löste er dort in wirtschaftlich angespannter Lage eine als Interimslösung agierende Doppelspitze ab. Baulich neu aufgestellt und technologisch in hervorragendem Zustand, hatte man die zum 1. Januar 2002 erfolgte Übernahme des deutlich unterbelegten und baulich überalterten Krankenhauses Dahn zu verkraften. Zudem verstärkten am Hauptstandort Pirmasens betrieblich-organisatorische Ineffektivitäten die defizitären Ergebnisse. Über größere strukturelle Maßnahmen gelang es Forster in den Jahren 2005 bis 2020, das Städtische Krankenhaus zurück in sichere Bahnen zu führen und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Dazu gehörte (unter Einbindung der Bevölkerung in die Entscheidung) die Schließung des Standortes Dahn Ende 2005; alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten mit finanzieller Brückenunterstützung der Krankenkassen übernommen werden. Gleichzeitig erfolgten Neugründungen und Umbau von Fachabteilungen. So wurde u. a. die Großabteilung Innere Medizin aufgeteilt und eine neue kardiologische Abteilung entstand, gefolgt von Fachabteilungen für Unfallchirurgie Gastroenterologie und Gefäßchirurgie. Die Erweiterung der Psychiatrie – die größte Abteilung neben den somatischen – von 40-60 auf 80 Betten erwies sich als wichtig für die Versorgung der Patienten und für die Wirtschaftlichkeit des Hauses. Nicht zuletzt in der Einrichtung einer eigenen Abteilung für Plastische Chirurgie und Handchirurgie bewies sich eine außergewöhnliche und zugleich erfolgreiche Ausdifferenzierung. Maßnahmen wie diese sorgten für effizientere Strukturen und Abläufe, die die Potenziale des Hauses besser ausschöpften und dafür sorgte, dass die damaligen Wege der Patienten in die Ferne wieder umgebogen werden konnten.
Zu den aktuelleren Verdiensten der Ära Forster gehört es, das Haus nicht nur baulich, sondern gerade auch technologisch auf dem neuesten Stand gehalten zu haben – dies gilt insbesondere auch für die moderne Klinik-IT mit ihrem Krankenhaus-Informationsystem (KIS) und der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA). Mit der zum 1. Januar 2022 erfolgten Übernahme des St. Elisabeth-Krankenhaus Rodalben wurde ein weiterer Abbau stationärer Ressourcen in der Region (um 150 Betten) abgewendet. Der damit verbundene Ausbau der eigenen Kapazitäten und der beschlossenen Zentralisierung am Pirmasenser Standort trägt im Übrigen wesentlich dazu bei, den bundesweiten Konzentrationsprozessen der Kliniklandschaft zu begegnen. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts für den dazu notwendigen Erweiterungsbau (Kosten ca. 190 Mio. Euro) ist für 2031 geplant. Bedeutend war ferner die richtungsweisende Vorreiterrolle beim Einbinden ausländischer Pflegekräfte; noch nie musste bislang eine Fachabteilung wegen Personalmangels geschlossen werden.
Martin Forster übergibt seinem Nachfolger nicht ohne Stolz „ein Krankenhaus, das die guten Voraussetzungen und die Chance mitbringt, für Pirmasens und die Region ein zukunftsfähiges Schwerpunkt-Krankenhaus zu sein, um sehr gute und spezialisierte Medizin anbieten zu können.“ Dafür gäbe es in großer Umbruchsituation des Gesundheitswesens eine gute Ausgangsbasis, aber die Zukunft und deren Gestaltung seien keine Selbstläufer.
Drei Fragen an Martin Forster
Frage 1: Über 20 Jahre lang haben Sie im Städtischen Krankenhaus mindestens die „schwarze Null“ erzielt und sehen jetzt im Zuge der Krankenhausreform, dass rote Zahlen unausweichlich sind. Wie ordnen Sie dies ein?
Martin Forster: Das Bundesgesundheitsministerium hat radikale Maßnahmen beschlossen, um über die Länder hinweg 30 Prozent aller Krankenhäuser verschwinden zu lassen. Man hat nicht nur die Mittel gekürzt, sondern gleichzeitig auch die Rahmenbedingungen zur Personalgewinnung verschärft. Damit wird immer mehr Druck ausgeübt und den Trägern bleibt die Einschätzung überlassen, ob ihre defizitäre Entwicklung noch finanziell tragbar ist. Kleinstrukturiertheit ist vor diesem Hintergrund nicht mehr finanzierbar, daher war die Erweiterung um die Kapazitäten aus Rodalben für uns sehr wichtig.
Frage 2: Wie sehen Sie die Entwicklung für das Haus?
Martin Forster: Die Reise geht weiter und der Druck wächst: Auch wir werden immer mehr stationäre Leistungen künftig ambulant durchführen müssen. Das erfordert Änderungen in den Abläufen und in den Strukturen. Umso wertvoller ist es, dass wir personell in Medizin, Pflege und Verwaltung gleichermaßen gut aufgestellt sind. Das gilt auch für die erweiterte Führungsriege, die gut eingespielt ist und weiter zusammenwachsen wird. Auf gutem Weg befinden wir uns außerdem beim Generationswechsel unserer leitenden Fachärzte – hier konnten schon etwa zwei Drittel der „Boomer“-Jahrgänge erfolgreich nachbesetzt werden.
Frage 3: Welche Lehre ziehen Sie ganz persönlich aus den insgesamt 35 Jahren geschäftsführender Tätigkeit – über 21 Jahre davon am Städtischen Krankenhaus Pirmasens?
Martin Forster: Herausfordernde Ziele kann man nie völlig allein erreichen. Es braucht immer auch engagierte Mitarbeiter und Wegbegleiter mit engem Schulterschluss. Es gilt, diese zu finden, ihnen stets gut zuzuhören und sie zu motivieren – ganz wichtig ist dabei auch, demotivierte Mitarbeiter wieder für die gemeinsame Sache zurückzugewinnen.
Ergänzendes zum Städtischen Krankenhaus Pirmasens
Als regionales Akutkrankenhaus versorgt das im Jahr 1988 erbaute Städtische Krankenhaus Pirmasens die Patienten der Stadt Pirmasens, der umgebenden Südwestpfalz und des Saarpfalz-Kreises. Durch die Fusion mit dem St. Elisabeth Krankenhaus Rodalben, mit Wirkung zum 1. Januar 2022, erhält die Städtisches Krankenhaus Pirmasens gGmbH die Einstufung zum Schwerpunktversorger.
Zum Leistungsspektrum am „Standort Pirmasens“ gehören die Innere Medizin (Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Diabetologie sowie Kardiologie), Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Plastische und Handchirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Urologie und Kinderurologie, Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie sowie Radiologie. Darüber hinaus befasst sich ein zertifiziertes Krebszentrum mit der Vorsorge, Diagnose und Therapie von Brustkrebserkrankungen. Die Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie ist als Regionales Traumazentrum des TraumaNetzwerkes Saar-(Lor)-Lux-Westpfalz zertifiziert und sichert die Behandlung schwer verletzter Patienten auf höchstem Niveau; als EndoCert-zertifiziertes EndoProthetikZentrum ist sie zudem Mitglied im Endoprothesenregister Deutschland (EPRD). Zudem verfügt der Standort Pirmasens über ein Darmkrebs-, Diabetes- und ein Schilddrüsenzentrum.
Der „Standort Rodalben“ verfügt über die Fachabteilungen Innere Medizin und interdisziplinäre Intensivmedizin, Operative Orthopädie und Unfallchirurgie (ebenfalls als Endoprothetik-Zentrum zertifiziert), Konservative Orthopädie und Spezielle Schmerztherapie sowie Anästhesie.
Die Tochtergesellschaft „MVZ Städtisches Krankenhaus Pirmasens gGmbH“ betreibt ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit Fachpraxen für Urologie, Gynäkologie (Pirmasens und Zweibrücken), Chirurgie (Pirmasens und Rodalben) und Kinderheilkunde (Pirmasens und Dahn).
Zusammen beschäftigen beide Standorte mehr als 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfügen über insgesamt 574 Betten/tagesklinische Plätze. Weitere Informationen unter https://kh-pirmasens.de.
20260107_khp



