Mit ihren sogenannten Omnibus-Paketen will die EU mehrere Regelwerke auf einmal vereinfachen und Bürokratie abbauen. À la bonne heure, das klingt nach schwungvoller Fahrt in Richtung Entlastung. Gerade kleinere Betrieb mit beschränkten Ressourcen interessiert allerdings weniger der Fahrplan als konkrete Ergebnisse: Wann endlich nimmt die Flut an Dokumentationspflichten und bürokratischen Nebenaufgaben ab, damit wieder mehr Zeit fürs Kerngeschäft bleibt.
Die nun auch in Deutschland geltenden EmpCo-Vorgaben zeigen einmal mehr, wie wenig Entlastungsversprechen und Realität zusammenpassen. So viel ist klar: EmpCo stärkt den Verbraucherschutz, weil sie irreführende Umweltwerbung erschwert: Pauschale Versprechen wie „klimafreundlich“ oder „biologisch abbaubar“ unterliegen strengeren Anforderungen, Unternehmen müssen belegen können, dass ihre Versprechen auch tatsächlich zutreffen.
Aber ernsthaft: Auf welchem Planeten lebt besagter Verbraucher, wenn er hinter Marketing-Schlagworten wie ‚grün‘ gerichtsfeste Zusicherungen erwartet? Es erinnert an die Entmündigung beim Autofahren: Weil es Assistenzsysteme gibt, traut man dem Fahrer keine Eigenverantwortung mehr zu – und dem Verbraucher offenbar nicht, Werbesprache als solche zu erkennen.
Den Preis zahlen zunächst die Unternehmer. Sie müssen Umweltversprechen prüfen, belastbare Nachweise zusammentragen und gegebenenfalls kostenpflichtige Zertifizierungen durchlaufen. Hinzu kommen Anpassungen an Verpackungen, Webseiten und Werbematerialien. Das bindet gerade in kleineren Betrieben Zeit, Personal und Geld – während bei Fehlern teure Abmahnungen drohen. Also Unsinn mit Anlauf? Denn nach dem Einmaleins der Marktwirtschaft landet der entstehende Mehraufwand über umgelegte Preise wieder beim Verbraucher.
Ähnliches bestätigt sich bei den ausufernden Kfz-Assistenzsystemen: Per Order Mufti auferlegte Spurhalte- und Notbremsassistenten, Verkehrsschilderkennung, Ablenkungswarner & Co. haben neue Kfz verteuert, Kleinwagen besonders stark. Und ein Scheibentausch, früher für wenige hundert Euro zu haben, schlägt durch Kameraumbau und Kalibrierung heute oft mit über 1.000 Euro zu Buche. Zunächst zahlt zwar die Versicherung, am Ende wir alle: über höhere Prämien.
Der Appell nach Brüssel kann daher nur lauten: Bürger und Unternehmen weniger bevormunden und die Dinge zu Ende denken, bevor neue Verordnungen auf den Weg gebracht werden.

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