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Kommunaler Straßenunterhalt mit Weitblick

Stadt Pirmasens | Pressemeldung vom 3. Jun. 2016
Zum Download der jeweiligen Dateien bitte auf Bild bzw. Icon klicken.
Erfolgreich umgesetztes Projekt: Pirmasens, Hohenzollernstraße – vorher / nachher
geplantes Projekt: Pirmasens, Am Wasserturm – aktueller Stand / Animation
Eye-Catcher / Kommunaler Straßenunterhalt in Pirmasens
  • Prämiertes und vielbeachtetes Pirmasenser Modell wiederkehrender Beiträge bewährt sich bei Modernisierung von 85 Straßen
  • Städtischer Ausbauplan sieht bis zum Jahr 2020 weitere 42 Anliegerumlagen-finanzierte Projekte vor
  • Gut kalkulierbarer und solide zu finanzierender Straßenunterhalt nach einheit­lichen Standards findet hohe Bürgerakzeptanz und fördert Stadtbildaufwertung

Pirmasens, 03.06.2016. Praktikable Strategien mit Weitblick: In der westpfälzischen Stadt Pirmasens hat sich einmal mehr bewiesen, dass strategische Initiativen zu nachhaltigen Ergebnissen und Synergien führen können. So hat sich das in Pirmasens entwickelte Konzept auch in der Praxis bewährt, das in anderen kommunalen Bereichen angewandte System wiederkehrender Beiträge auf die aufwändige Straßeninstandsetzung zu übertragen. Bereits 85 Straßen wurden seit Start des ersten Fünf-Jahre-Programms im Jahr 2001 über Anliegerumlagefinanzierung und mit einem Investi­tionsvolumen von rund 37 Mio. Euro modernisiert. Weitere ca. 12,5 Mio. Euro fließen jetzt in ein Ausbauprogramm für die Jahre 2016 bis 2020 mit insgesamt 56 weiteren Projekten; das Volumen der Einzelmaßnahmen bewegt sich zwischen 15.000 Euro und ca. 1,5 Mio. Euro.

Im November 2011 wurde Pirmasens der Sonderpreis für sein Straßenunterhaltungsmanagement im Rahmen des ADAC-Städtewett­bewerbs verliehen zum Thema „Erfolgskonzepte in der kommunalen Straßenerhaltung“. „Bei knappen Haushaltskassen wird es immer wichtiger, dass Kommunen alte Pfade verlassen und sich neuen Ideen öffnen, da ist Pirmasens ein gutes Vorbild“, erklärte der damalige Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer bei der Auszeichnung in Berlin. Das Pirmasenser Modell hat in der Folge bundesweit für große Aufmerksamkeit gesorgt und viele Nachahmer gefunden; bis heute erhält die Stadt landesübergreifende Nachfragen.

Probleme des Straßenerhalts kein Einzelfall
Das Pirmasenser Straßennetz besteht aktuell aus insgesamt 513 (in 1.350 Abschnitte unterteilte) Straßen mit einer Gesamtlänge von rund 182 km. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der hohen Beiträge, die Anrainer über einmalige Ausbaubeiträge hätten entrichten müssen, war hier bis zum Jahr 2000 ein Ausbaustau in Höhe von ca. 75 Mio. Euro aufgelaufen. Damit einher gingen steigende Kosten für den Straßen­unterhalt zur Verkehrssicherung und eine allgemeine Verschlechterung des Stadtbilds, zumal viele Hauseigentümer angesichts der Gesamt­situation nur verhalten in Fassadenerneuerungen und Verschönerungen investierten.

Über das mit Einzelprojekten umgesetzte Finanzierungskonzept wiederkehrender Beiträge ohne Notwendigkeit hoher Einmalzahlungen der Anrainer, an das sich nun zunächst weitere 42 anschließen, hat sich diese Situation entscheidend verbessert. Dafür entstand im Vorfeld nach einer technischen Zustandserfassung und Bewertung der Projekte eine Prioritätenliste, auf deren Grundlage die konkreten Straßenunterhalts- und Straßenausbauprogramme festgelegt wurden. Im Ergebnis konnten auch viele Synergien geschaffen werden wie eine gesteigerte Bürger­beteiligung bei Planungs- und Entscheidungsprozessen. Zudem haben die frei werdenden Investitionen wirtschaftliche Impulse gesetzt; über 80 Prozent der Aufträge gingen dabei an regionale Unternehmen.

„Das System der wiederkehrenden Beiträge zur Finanzierung von Straßenausbaumaßnahmen ist für Pirmasens eine absolute Glückskon­stellation“, betont Michael Schieler, hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Pirmasens. „Es hilft uns, die sich stellenden Herausforderungen zur Unterhaltung und Instandsetzung der kommunalen Infrastruktur ganzheitlich und dauerhaft tragfähig anzugehen.“

„Das rege Interesse anderer Kommunen hat uns deutlich gemacht, dass wir mit der Problemstellung alles andere als allein dastanden“, erklärt Dr. Bernhard Matheis, Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens. „Zur Freude über die erfolgreiche Umsetzung des Modells bei uns selbst kommt, mit unserem Vorbild sozusagen Schule gemacht und auch anderenorts mit einer guten Idee weitergeholfen zu haben.“

Ergänzendes zur Stadt Pirmasens
Erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 850 als „pirminiseusna“, angelehnt an den Wanderprediger Pirminius. Der als Stadtgründer geltende Landgraf Ludwig IX. errichtete im heutigen Pirmasens die Garnison für ein Grenadierregiment, es folgten 1763 die Stadtrechte. Am südwestlichen Rand des Pfälzerwalds gelegen und grenznah zu Frankreich ist das rund 40.000 Einwohner zählende, rheinland-pfälzische Pirmasens wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. In ihrer Blütezeit galt die Stadt als Zentrum der deutschen Schuhindustrie und ist in dieser Branche heute noch wichtiger Dreh- und Angelpunkt; davon zeugen unter anderem der Sitz der Deutschen Schuhfachschule, des International Shoe Competence Centers (ISC) oder der Standort der ältesten Schuhfabrik Europas. Zu den tragenden Wirtschaftsbereichen zählen unter anderem chemische Industrie, Kunststofffertigung, Fördertechnik-Anlagen und Maschinenbau. Pirmasens positioniert sich heute als Einkaufsstadt mit touristischem Anspruch und gut ausgestattetem Messegelände. Seit 1965 wird eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Poissy gepflegt. Weitere Informationen sind unter http://www.pirmasens.de erhältlich.

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